Jusos Köln

Lückenlose Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, Rücktritt von Woelki

Köln, den 24.02.2021

In keiner Institution wird seit jeher das Problem des Kindesmissbrauchs so unter den Teppich gekehrt, wie in der katholischen Kirche. Zuletzt fiel vor allem das Oberhaupt des Erzbistums Köln, Kardinal Woelki auf, indem er das Gutachten zu den Missbrauchsfällen in den eigenen Reihen lieber unter Verschluss hält, als es transparent an die Öffentlichkeit zu geben.

Hierzu sagt Juso Vorsitzende Lena-Marie Snelting „Das Problem mit der katholischen Kirche zieht sich nun mehr seit mehreren Jahren hin und während anderenorts alles dafür getan wird, Kinder immer besser zu schützen und Netzwerke des Kindesmissbrauchs und Pornographie zu zerschlagen, werden in der katholischen Kirche Versetzungen vorgenommen, aber keine Konsequenzen gezogen. Damit werden die Täter anstelle der Opfer geschützt. Die Strafverfolgungsbehörden sind hier viel zu zaghaft.“

Es bedarf einer lückenlose Aufklärung der Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und echte Konsequenzen innerhalb der Instanz Kirche. „Auch die Kirche darf nicht frei von unserem Rechtsstaat sein. Es bedarf endlich ein richtiges Durchgreifen von außen. Wenn Kardinal Woelki ansatzweise Respekt für die Opfer von sexuellem Missbrauch hätte, würde er die richtigen Konsequenzen ziehen: das Gutachten frei geben und damit auch gleichzeitig seinen Rücktritt erklären.“, fügt Snelting hinzu.

Die Kirche darf in einem modernen System keine übergeordnete Instanz mehr sein, die schützenswerter ist, als eine unserer verletzlichsten Gruppen. „Wir sind verpflichtet endlich Gerechtigkeit für Betroffene herzustellen. Gleichzeitig muss ein stärkerer Schutz für Kinder und Jugendliche hergestellt werden, die nach wie vor diesen Konstruktionen der Kirche ausgesetzt sind. Hier wurden Kinder und Jugendliche schonungslos missbraucht, die eigentlich Schutz gebraucht hätten. Das entspricht nicht unserem gesellschaftlichen Werteverständnis und wir lehnen es ab.“, schließt Snelting ab.