Jusos Köln

Gedenkort für die getöteten in Hanau zerstört

Köln, der 21. Februar 2021

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (20.02.-21.02.) zerstörten Unbekannte am Rodenkirchener Leinpfad einen Gedenkort, den die Jusos dort anlässlich des Jahrestags des rassistischen Anschlags in Hanau aufgebaut hatten. Folien mit Namen und Bildern der Ermordeten wurden vom Zaun abgerissen und in die Böschung am Rhein geworfen. Dies wurde als Sachbeschädigung zur Anzeige gebracht und wird von der Polizei nun an den Staatsschutz übermittelt.
Dem Geschäftsführer der Jusos, Timon Marland, war der zerstörte Gedenkort bei einem Spaziergang aufgefallen. „Dass Menschen so hasserfüllt sein können, erschüttert mich und macht mich unfassbar wütend“, sagt Marland. „Wir werden die Zerstörung nicht einfach so hinnehmen, sondern werden dagegen angehen. Nur gemeinsam können wir den Rassismus in unserer Gesellschaft überwinden!

Die Juso-Vorsitzende Lena Snelting bezieht Stellung zu der Tat: „Wir gehen von einem rechtsextremistischen Motiv der Täter*innen aus, da es entsprechende Kommentare schon bei der Anbringung der Gedenkwall gab. Die Tat beweist einmal mehr, dass Rassismus ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist. Wer nicht davor zurückschreckt, einen Erinnerungsort für getötete Menschen zu zerstören, handelt absolut respektlos.“
Anlässlich des ersten Jahrestags des rassistischen Anschlag in Hanau hatten die Jusos Köln am vergangenen Freitag an mehreren Orten in Köln Gedenkorte mit den Bildern und Namen der Ermordeten Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin aufgebaut.

Personen, die der Toten gedenken wollten, konnten Grabkerzen und Blumen an diesen Orten niederlegen.
Vorstandsmitglied Alicem Polat erläutert die Hintergründe der Gedenkaktion: „Der Toten von Hanau zu gedenken, war uns ein besonderes Anliegen. Umso mehr trifft uns nun die Zerstörung eines der Gedenkorte. Das Attentat in Hanau hat gezeigt, dass es nicht bei solchen Zerstörungstaten bleibt, sondern dass Rassismus schon lange wieder Todesopfer in Deutschland fordert. Es ist Aufgabe von uns allen, gegen Rassismus, Hass, Hetze und Gewalt aufzustehen und klare Kante zu zeigen! Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben!“

Sachdienliche Hinweise zur Ermittlung der Täter*innen werden entweder an die Jusos Köln oder direkt an die Polizei erbeten. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.