Jusos Köln

“Das ist zu wenig!” – Jusos Köln kritisieren Kompromiss zur Mindestausbildungsvergütung

Köln, der 13.05.2019

Die Jusos Köln kritisieren den Kompromiss zur Mindestausbildungsvergütung. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Bundesvereinigung der Arbeitnehmerverbände (BDA) einigten sich auf eine Mindestvergütung von 515 Euro, die Auszubildende im ersten Lehrjahr ab 2020 erhalten sollen. 2023 soll der Betrag bei mindestens 620 Euro liegen, ab 2024 an die gewichtete tarifliche Durchschnittserhöhung gekoppelt sein. Das gilt auch für die Vergütung im zweiten und dritten Lehrjahr.

Die Jusos Köln kritisieren den Entwurf. Vorstandsmitglied Tim Schleheck bemängelt insbesondere die Höhe der Vergütung: “Von 515 Euro kann niemand seinen monatlichen Lebensunterhalt bestreiten. Leider führt die große Koalition damit prekäre Arbeitsverhältnisse von Auszubildenden fort, anstatt sie zu beenden” erläutert der 21-jährige Auszubildende. Er fordert eine Vergütung in der Nähe des Bafög- Höchstsatzes, der sich an tariflichen Regelungen orientiert. “Einerseits würde so ein akzeptabler Betrag gezahlt werden, andererseits die gesetzliche Ungleichbehandlung von Studierenden und Auszubildenden verringert.”

Die Vorsitzende Lena Snelting weist zudem Kritik von Arbeitgeberverbänden zurück: “Das ist die gleiche Leier wie beim Mindestlohn. Da wurden zahlreiche Apokalypsen heraufbeschworen. Letztlich war das alles heiße Luft, genau wie jetzt. Auszubildende müssen vernünftig bezahlt werden, da gibt es keine Kompromisse. Der Entwurf der Bundesregierung sieht das aber nicht vor” so die 25-jährige abschließend.